Am Steinhuder Meer von Hagenburg nach Steinhude
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Am Steinhuder Meer kann man Natur und Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft sehen. Zum Beispiel gibt es eine Promenade, die von Hagenburg nach Steinhude führt. Es ist keine lange Strecke, ich habe nicht nachgemessen, aber viel mehr als gut 2 km sind es wohl nicht. Obwohl diese Promenade stark frequentiert ist, von Fußgängern, Radfahrern und Leuten mit Hunden, kann man hier diverse Vogelarten auf dem Wasser sehen. Auch das Rehwild ist nicht besonders scheu. Wer Glück hat und die Augen offen hält, kann relativ nah ein paar Rehe sehen. Ich nehme an, dass das auch mit dem Leinenzwang für Hunde zu tun hat, der zwar nicht immer beachtet wird aber hier sicher sinnvoll ist.

Das Bild zeigt den Beginn der Strecke, die am Meer entlang führt, mit einem herbst-gelben Ahornbaum am Anfang.
Auf unserem Weg das Meer entlang habe ich ein paar Vögel und Rehe "mitgenommen"
Wie überall sind natürlich die Stockenten zahlreich vertreten. Dieser schöne Erpel soll daher den Anfang der Bilder machen:

Und hier sind noch ein paar Stockenten:

Natürlich gibt es auch diverse andere Entenarten: Reiherente, Tafelente und Krickente sind um diese Jahreszeit wohl die häufigeren unter diesen, aber bei weitem nicht die einzigen. Ein Problem ist für mich natürlich, diese an aufs Bild zu bekommen, denn ich habe gar keine Lust, ein umfangreiches und lästiges Foto-Equipment mit mir herum zu schleppen. Allerdings habe ich mir doch einen etwas leistungsfähigeren Apparat gegönnt, als die kleine Pocket-Cam es war, die ich bisher immer benutzt habe, weil sie eben am bequemsten in der Westentasche mitzunehmen war.
Aber auch der 18-fache optische Zoom meiner neuen Fuji FinePix S8100fd ist schon ein Riesen-Fortschritt gegenüber meiner kleinen Medion mit dem dreifachen optischen Zoom. Den Digitalzoom kann man bekanntlich lieber vergessen, denn er bringt keine guten Bilder, sondern nur einen Haufen Pixel. Bei Bildern von 10 Millionen Pixeln Größe ist es aber möglich, für ein normales Bildformat auch kleine Ausschnitte bei guter Qualität nachträglich am PC so zu vergrößern, dass der vorhandene optische Zoom de facto vermehrfacht wird. Nach dem ersten Tag mit diesem Gerät bin ich jedenfalls immer noch zufrieden mit dem Kauf. Eigentlich bin ich nur ans Steinhuder Meer gefahren, um die neue Cam auszuprobieren. Denn hier bin ich sicher, jederzeit reichlich Motive zu finden. Mal abgesehen davon, dass es immer schön ist, an einem Gewässer entlang zu gehen.
Ein junger Schwan, der offenbar auf Extratouren war, suchte im Schilf des Uferbereichs ein wenig nach Futter.

Die Altschwäne tauchten später dann auch noch auf.

Von den anderen Entenarten sind auf dem folgenden Bild Reiherenten und Tafelenten zu sehen, die sehr weit weg waren und die erst durch die oben erwähnte Nachbearbeitung des Bildes am PC erkennbar wurden.

Besonders für größere Motive ist der optische Zoom allerdings auch schon eine Wucht. Die beiden folgenden Bilder sind nacheinander vom gleichen Standort aus aufgenommen, nämlich quer über das Meer in Richtung Mardorf. Das gegenüberliegende Ufer ist mehr als viereinhalb Kilometer entfernt. Das erste Bild ist ganz ohne Zoom, das zweite Bild mit dem maximalen optischen Zoom aufgenommen. Ich habe nachträglich nichts verändert, und bin wirklich begeistert, von den Möglichkeiten, die das schon bietet:



Die Sache mit der richtigen Belichtung und diversen anderen Einstellungen der Kamera muss ich wohl noch ein bisschen üben, aber ich denke das lässt sich machen. Aber für eine Entfernung von viereinhalb Kilometern bei nicht ganz klarer Luft finde ich die Bilder oben schon geradezu umwerfend.
Das Steinhuder Meer ist bekanntlich von umfangreichem Naturschutzflächen umgeben, zum Teil steht es auch selbst unter Schutz und darf von Booten nicht überall befahren werden. Ein Blick in Richtung Naturschutzgebiet zeigt, von Anfang der Promenade auf der Hagenburger Seite aus gesehen, einige kahl gewordene Erlen, die offenbar den Kormoranen zum Opfer gefallen sind. Es schwelt ja fast überall, wo sich diese Vögel in den letzten Jahren so gut vermehrt haben, ein offener Konflikt zwischen den Fischern und Anglern und den Naturschützern. Ich möchte darauf hier nicht eingehen, sondern nur ein Bild zeigen, auf dem die Masse der Vögel an dieser Stelle gut zu erkennen ist.

Das ist schon ein Haufen Vögel, und es sind nicht die einzigen Fischfresser, die sich aus dem Meer bedienen. Neben den erfreulicherweise hier wieder vorhandenen Adlern (sowohl Fischadler als auch Seeadler) gibt es auch eine Menge Haubentaucher und natürlich weitere Arten, auch viele Wintergäste. Wenn ich mir das in Ruhe anschaue, da wundert es mich manchmal schon, dass die immer alle täglich satt werden können. Es muss doch ungeheuer viele Fische geben im Steinhuder Meer. Denn auch die Fischerei bekommt noch etwas ab. An den Stangen, die hier an vielen Stellen im Wasser stehen, werden die Netze, wohl meistens Reusen, der Fischer befestigt. Da trägt dieser flache Binnensee doch zur Erhaltung des Lebens sehr, sehr vieler Wesen bei. Ich bin nur froh, dass ich nicht abwägen muss, was hier vorrangig oder nachrangig sein soll. Denn der Erhalt des natürlichen Lebens, zu dem schließlich auch alle die erwähnten Vogelarten gehören, ist sicher ebenso legitim, wie der Erhalt der Existenz der traditionellen Fischerei. Eine wirklich sehr diffizile Problematik. Eine berechtigte Frage ist sicher auch, ob der Bestand der Kormorane in der Kulturlandschaft überhaupt noch durch naturgegebene Mechanismen geregelt werden kann. Oder geht er erst dann zurück, wenn die Nahrungsgrundlage der Vernichtung nahe ist? Gedanken, die mir in den Sinn kommen, obwohl ich ganz sicher jemand bin, der für menschliches Eingreifen in natürliche Abläufe gar nichts übrig hat.

Etwas Erfreulicheres, waren sicher die drei Rehe, die wir auf dem Rückweg noch im Erlenbruch gesehen haben. Es war eine Ricke mit zwei Kitzen aus diesem Frühjahr. Sie sehen schon fast wie erwachsene Rehe aus.

Die Ricke ist eines der in der ganzen weiteren Umgebung hier öfters vorkommenden schwarzen Exemplare. Da die beiden Kitze die ganz normale Farbe der meisten Rehe haben, wird die Farbe der Schwärzlinge offenbar rezessiv vererbt.

Bei einem kleinen Abstecher auf die andere Seite des Hagenburger Kanals kamen wir dann noch an einer Weide vorbei, auf der verschiedene Rinder grasten. Zum Beispiel diese beiden Bullen aus Schottland, ein Highlander und ein schwarzer Galloway:

Wer mich kennt, wird sich nicht wundern, dass ich an diesen nicht vorbeigehen konnte, ohne ein Bild davon zu machen.
Bis denn,
der Draußen-Blogger
