Ein Morgen mit vielen Anblicken
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Am Freitag hat die Schmuddelwolkenschicht mal eine kleine Pause eingelegt. Das war zwar morgens noch nicht so zu merken, aber trotzdem war die Atmosphäre schon ein bisschen aufgehellt, wenn auch noch leicht vernebelt. Nach längerer Zeit waren wir wieder einmal in der Wesermarsch unterwegs. Trotz der exzessiven Agrarsteppe, die einen dort umgibt, war es doch schön einen weiten Blick zu haben und nicht so begrenzt zu sein wie im Wald.
Offenbar waren viele der frei lebenden Tiere dieser Landschaft auch der Ansicht, dass es zu schade sei an einem solchen Tag das Licht nicht unterwegs zu sein. Es war schon zwischen 10 und 11:00 Uhr als wir diesen Anblick hatten.

Leider ist das Wild in dieser Gegend relativ scheu, so dass auf dem kleinen Bild die Rehe kaum zu sehen sind. Trotzdem war es ein Morgen des Anblicks vieler Tiere. Das sind zum Beispiel ein paar 100 Gänse, die man im Hintergrund fliegen sieht. Aber das war noch lange nicht alles.
Um diese Jahreszeit zieht jedes Jahr ein Wanderschäfer durch die Felder der Wesermarsch und lässt seine Schafe Feldern weiden, die mit Zwischenfrüchten bestellt sind oder brach liegen. Offenbar meinen die Bauern, dass der Schafdung ihren Feldern nützlich ist. Die Herde stand noch in ihrem Nachtpferch aus dem typischen Schafdraht mit Weidezaun-Strom.

Etwas näher heran und mit etwas Zoom kann man auch die Krähen sehen, die offenbar meinen, dass irgendetwas hier finden können. Vielleicht werden die Schafe ja zugefüttert.

Und weil's so schön ist und falls jemand eine Vorlage zum Zählen braucht kommt hier noch ein Bild ganz aus der Nähe. Wie man sieht, handelt es sich um schwarzköpfige Fleischschafe.

An der Weser hat man das Landschaftsbild einmal mehr mit neuen Schildern bereichert, manche davon sogar mit Beleuchtung, die offensichtlich auf Solarbasis betrieben wird.

Leider gibt es mehrere verschiedene neue Schilder dieser Größenordnung, von denen einige zugeklebt sind, so dass noch nicht erkennbar ist, welchem Zweck sie dienen sollen. Und dabei heißt es immer, der deutschen Schilderwald solle gerichtet werden! In den vergangenen mehreren 100 Jahren war jedenfalls ohne diese neuen Tafeln auszukommen. Ist das wirklich Fortschritt?
Viel erfreulicher fand ich dann schon den Bussard, der sich in den Pappeln am Weserdeich aufhielt und mich nahe genug heranließ, um dieses Bild zu machen. Es ist natürlich auch noch etwas unscharf durch den Nebel, der vielleicht im Bild durch das starke Einzoomen noch verstärkt zur Wirkung kommt.

Als die Wolkendecke weiter aufhellte gelang mir die folgende Aufnahme, die allerdings im kleinen Format nicht so sehr zur Geltung kommt wie im Original.

Und noch mehr Rehe konnten wir beobachten, leider alle am äußersten Ende des Zoom-Bereichs wegen der eben schon erwähnten Scheuheit. Hier sind es zwei Schwarze und zwei "normale":

Wie man sieht weiterhin im Hintergrund wieder jede Menge Gänse die Wintersaat der Bauern ab.
Ein langer Zeit auch unbeliebter Vogel es sich an der Graureiher. Zurzeit kann man ihn oft in der Feldmark sehen, ganz abseits vom nächsten Gewässer. Denn er fängt durchaus nicht nur Fische. Auch am Wasser erwischt er häufig einen Frosch oder irgendetwas anderes und nicht unbedingt die so genannten Nutzfische. Aber hier im Feld wartet er auf etwas ganz anderes: auf Mäuse, Wühlmäuse und vielleicht auch auf den einen oder anderen Maulwurf. Gegen einen Mäusefresser kann auch der eingefleischteste Nutzdenker wohl kaum noch irgendetwas einzuwenden haben.

Und kurz vor der Stelle, wo ich das Auto abgestellt hatte, kamen dann auch noch diese beiden Rehe über unseren Weg. Sie waren in einem entfernten Gebüsch durch irgendetwas aufgeschreckt worden und haben uns gar nicht bemerkt. Zumindest zeigten sie keinerlei Reaktion, die darauf hätte schließen lassen.

So war es denn ein Morgen mit vielen Anblicken, von denen ich einige wiedergegeben habe. Vielleicht entdeckt der eine oder Besucher dieser Seite durch meine Berichte und Bilder mir doch einmal den Reiz des Draußenseins und des eigenen Erlebens und Sehens anstelle der vielen Beiträge über die frei lebende Tier- und Pflanzenwelt, die es fast täglich im Fernsehen gibt.
Bis denn,
der Draußen-Blogger
