Draussen umhergestreift

Was mir draussen auffiel, einfiel oder passierte

Einheimische Wildpflanzen im Garten

Autor , am 4. August 2015


Im Bild zu sehen sind der Wasserdost, Blutweiderich, Clematis, Gebuesch aus Feldahorn und Hartriegel, eine Bananenstaude und ein paar andere Kleinigkeiten.Leider sehen die meisten Gärten geradezu schrecklich steril aus, denn bei der Anlage wird offenbar nach drei Kriterien gehandelt: optische Effekte, kein Wildwuchs und möglichst wenig Pflege, die zur Erhaltung der sterilen Unnatur erforderlich ist. Das Ganze geht auf Kosten von Natur und insbesondere auch der Tierwelt im Garten. Eine ansprechende Umgebung mit wenig Pflegeaufwand lässt sich aber auch deutlich naturfreundlicher erreichen.

Seit Jahrzehnten versuche ich Natur im Garten zu haben und trotzdem ein paar exotische Pflanzen zu integrieren, die mich aus irgendwelchen Gründen ansprechen – einfach so von ihrem Wesen als Pflanze her. Manchmal scheint das ein gewisser Gegensatz zu sein, aber es ist durchaus möglich aus diesen Komponenten ein harmonisches Ganzes zu erschaffen. Dadurch bietet das Grundstück sowohl Lebensmöglichkeiten für Insekten, Vögel, Igel und andere Tiere wie auch Standorte für einheimische Wildpflanzen und die Möglichkeit, einen kleinen Spleen mit Exoten zusätzlich auszuleben. Die „Ausländer“ müssen dabei nicht unbedingt nur schief angesehen werden, was ihre Nutzbarkeit durch die Fauna unserer Breiten angeht.

Mit solchen Pflanzen hilft man auch Hummeln, Schwebfliegen und vielen anderenGrundsätzlich gebe ich der Fläche nur eine Unterteilung, forme also die Linien der Gestaltung, pflanze so etwas wie eine Grundlage und lasse ansonsten durchaus zu, dass sich andere Pflanzen von selbst einfinden. In finsteren Tagen der Vergangenheit gab es Leute, die solche Pflanzen als Unkraut abgetan haben. Naja – leider nicht nur in der Vergangenheit…

Dabei haben einheimische Pflanzen oft einen großen Reiz, auch was die Optik betrifft, die sie verbreiten, und das Wesen, das sie ausstrahlen.

Da ist zum Beispiel der Wasserdost, eine Pflanze, die für ganz viele Insekten, auch Schmetterlinge eine beliebte Nektarpflanze ist. Er wächst von Natur aus bei uns an vielen Stellen draußen, gern auch im Wald. Wie der Name schon vermuten lässt liebt er eher frische Böden. Bei mir im Garten hat er eine stattliche Größe erreicht und sieht mit Sicherheit mindestens ebenso dekorativ aus wie irgendein teures Kraut aus dem Gartencenter.

Die Wilde Karde fängt in der Mitte des Kolbens an zu bluehen. Dann setzt sich dioe Bluete nach oben und unten fort.Gleiches gilt für den Blutweiderich, der von Natur aus vor allem Gewässern und anderen feuchten Stellen vorkommt.

Eine ganz besonders dekorative Pflanze aus der einheimischen Flora ist für mich die Wilde Karde. Auch sie ist selbstverständlich für Insekten, besonders Hummeln, eine große Freude.

Und so lassen sich doch viel mehr Pflanzen entdecken. Harmonisch zu meinen exotischen Bananen finde ich zum Beispiel den Huflattich mit seinem riesengroßen Blättern, die er bekommt wenn er genug Wasser und Nährstoffe im Boden findet. Am Huflattich mag ich auch die Blüten, denn diese kommen mit als allererste nach dem Winter hervor und zeigen an, dass es doch wieder aufwärts gehen wird.

Auch Gundelrebe genanntEine bodendeckende Pflanze, der ich gern die Ausbreitung erlaube, ist der Gundermann oder die Gundelrebe. Sie ist eine der wertvollsten einheimischen Heilpflanzen, die ich kenne. Gerade eben habe ich einen kleinen Becher Tee aus der Gundelrebe getrunken, die unter dem Fenster meines Arbeitszimmers wächst. Sie hat vielfältige Wirkungen, die zu beschreiben einen eigenen längeren Artikel ohne weiteres rechtfertigen würde.

Diesen Artikel könnte ich ohne weiteres noch weiter ausdehnen – Beifuß, Malve, Fingerhut, Günsel, Salomonssiegel, Goldfelberich, Schöllkraut …. – diese und etliche andere leben auch in unserem Garten. Aber ich denke, um zu erklären, wie ich das Zusammenleben von Pflanzen aus der Region mit einigen Zugereisten sehe und als Anregung zu eigener Fantasie, selbst mit den regionalen Wildpflanzen zu experimentieren, dürfte diese kleine Zusammenstellung vollkommen ausreichen.

Einheimische Arten muessen durchaus nicht unscheinbar seinEines möchte ich unbedingt noch erwähnen: die schrecklichen Laubsauger und Laubgebläse morden alljährlich Millionen oder Milliarden Insekten, Krebstierchen, Spinnen usw, die in erschreckenden Maße immer weniger werden. Also bitte kaufen Sie sowas nicht oder verschrotten sie diese Dinger, wenn Sie sie schon haben sollten. Sie machen sonst in großem Ausmass zunichte, was durch naturfreundliche Pflanzenauswahl gefördert wurde!

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