Draussen umhergestreift

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Ein toller Krötenzaun

Autor , am 16. September 2010

Hier kommt keine Kroete und kein Frosch mehr durch Autos umEinen stationären Krötenzaun, besser gesagt Amphibienzaun, habe ich neulich gesehen, als wir im Gebiet der Duinger Seen unterwegs waren.

Im alten draußen-gesehen Blog habe ich hier einmal berichtet, das ich im Frühjahr einen Krötenzaun betreue und die Tiere dort dann über die Straße trage, meist nachts zwischen 21 und 23 Uhr. Etwas ganz geniales ist mir in der Duinger Gegend aufgefallen: dort wurde bei einer Baumaßnahme von vornherein an die Amphibien gedacht und dafür gesorgt, dass dort ganzjährig alle wandernden Tiere vor dem überfahren werden geschützt sind.

Hier koennen alle moeglichen Kleintiere die Strasse sicher unterquerenDie ganze Anlage zieht sich nicht nur ein paar 100 Meter hin. Ich habe es nicht nachgemessen, aber es sind mehrere Straßen betroffen, die sich an dieser Stelle kreuzen. Da kommen geschätzt ein paar Kilometer an Amphibienzaun-Länge zusammen. Ungefähr alle 50 Meter befindet sich ein flacher Tunnel von gut ein Meter Breite, denen die Tiere benutzen können, um auf die andere Straßenseite zu gelangen. Natürlich befindet sich dort die gleiche Anlage. So sind die wandernden Kröten und alle anderen kleinen Tiere, die sonst auf der Straße überfahren werden könnten, auf sicheren Wegen unterwegs, wenn sie in ihrem Lebensraum unterwegs sind. An Stellen, wo Straßen und Wege von der so geschützten Straße abzweigen, befinden sich Gräben mit einer Abdeckung aus stabilen Gitter-Rosten, in die die Tiere gefahrlos hinein fallen können, so wie sonst in die Fangeimer an den Krötenzäunen.

So ist die Einfaht optimal gesichert und trotzdem fuer alle befahrbar.Ich finde das wäre eine wirklich lohnenswerte Maßnahme für alle Straßenbauprojekte, die in Gebieten mit Amphibien-Wanderwegen durchgeführt werden. Denn der Schutz ist so selbstverständlich ein viel umfassenderer, als wenn nur während der Laichsaison eine Bewegungsrichtung der Erdkröten geschützt wird.

Die Amphibien hat nur schwer genug in diesen Zeiten, denn nicht nur der Straßenverkehr und die fast völlig denaturierte Landschaft machen ihnen und vielen anderen Arten zu schaffen. Hinzu kommt auch noch das Amphibiensterben durch eine Pilzkrankheit, die sich auch vor unseren einheimischen Arten nicht Halt machen wird.

So ist der Weg fuer alle frei und sicher!Natürlich wird man einmal mehr das Argument ins Feld führen, das kein Geld vorhanden sei. Das ist aber oft nur eine Frage der Verteilung und es lohnt sich sicher, aus Naturschutzmitteln, vielleicht auch mit Unterstützung durch Verbände usw. für viel mehr solcher Anlagen in den entsprechenden Landschaftsteilen zu sorgen.

Der Mensch ist nun einmal nicht allein auf dieser Welt und ganz gewiss auch nicht das wichtigste aller Lebewesen. Er hält sich nur dafür und Film meist nicht erkennen, dass alle anderen Lebewesen gleichermaßen hierher gehören. Das Artensterben ist ein Dauerthema in den Medien. Durch solche Anlagen könnte überall ein wirkungsvoller Beitrag geleistet werden, um es wenigstens lokal und für einige Arten deutlich zu begrenzen.

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