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Die Spatzen – wer hätte früher gedacht, dass sie so selten werden

Autor , am 31. August 2010

Dieses Spatzenaennchen hat uns auf dem Balkon oefters besucht

Haussperlinge gab es früher in Massen, und das nicht nur auf dem Lande, sondern auch in den Städten.

Ich kann mich erinnern, dass sie früher als Ärgernis galten, denn sie bedienten sich am Hühnerfutter oder flogen in das Getreidelager auf dem Bauernhof, um sich dort über die Vorräte herzumachen. Man stellte üblicherweise Spatzenfallen auf, die teilweise sogar für den Fang von Massen dieser Vögel ausgelegt waren. Das ist heute strikt verboten und man kann hoffen, dass nicht irgendwo noch ein Hinterwäldler sie trotzdem fängt und tötet.

Die Sperlinge sind nämlich geradezu selten geworden, wenn man es mit der Zeit von vor 30 oder 40 Jahren vergleicht. Nicht nur, dass es nicht mehr so viel Hühnerhalter gibt, die ihre Tiere draußen füttern, auch die anderen Nahrungsquellen sind deutlich reduziert. Früher wurde mit Pferden gearbeitet und gefahren. Wenn man Pferde mit heilem Hafer füttert, das heißt mit ganzen Körnern, die nicht gequetscht oder geschrotet sind, dann schlucken die Pferde immer ein paar Körner unzerkaut herunter und diese kommen am anderen Ende wieder heraus. Und die vielen Hausspatzen haben dann die Pferdeäpfel nach solchen Körnern durchsucht.

Übrigens sind die Spatzen gar nicht so schädlich, wie ihnen früher unterstellt wurde. Im Gegenzug für die paar Körner fallen sie nämlich Unmengen von Insekten, um ihre Jungen aufzuziehen. Damit wird der vermutete Schaden mehr als wieder gutgemacht, denn ein großer Teil dieser Insekten schädigte seinerseits die Ernte verschiedenster Früchte.

Etwas anderes sind die Nistmöglichkeiten. Denn in den alten Gebäuden gab es 1000 Nischen, die sich zum Brüten für Sperlinge bestens geeignet haben. So etwas wird wegrenoviert und bei Neubauten entstehen von vornherein keine solchen Lücken mehr.

Darum ist es sinnvoll, wenn man spezielle Spatzen-Nistkästen aufhängt und diese Vogelart unterstützt.

Hier sieht er eher so aus wie man ihn meistens sieht, naemlich klein und von FerneÜbrigens sind die Spatzen als Tierart wohl nicht wirklich gefährdet, wenn man es weltweit sieht. Denn sie kommen in allen gemäßigten Gegenden dieser Erde vor. Auch wenn sie ursprünglich aus dem vorderen Orient stammen, wo sie als Steppenvögel lebten, sind sie bei uns schon so lange beheimatet, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wie es ist, wenn sie gar nicht da sind. Die Verbreitung des Haussperling es ging Hand in Hand mit der Verbreitung des Ackerbaus und so haben sie ganz Eurasien besiedelt. Und da hin, wo sie nicht von selbst kommen konnten, haben Menschen sie gebracht, die das vertraute Tschilpen wohl vermisst haben mögen. Auf diese Weise gibt es keinen Kontinent, auf dem sie im passenden Klima nicht vorkämen.

Den Spatz auf den Fotos haben wir übrigens im Algarve angetroffen wie auch weitere Vogelarten, die uns von zuhause schon vertraut sind.

Darunter befinden sich auch solche, die sich weiter ausbreiten, wie etwa die Türkentaube. Aber leider gibt es mehr Arten, deren Bestände eher zurückgehen. Das trifft auch für die Wiedehopfe zu. Ich freue mich, Wiedehopf und Türkentaube im Algarve und zuhazuse beobachtet zu haben so erinneren sie mich immer an die jeweils andere Umgebung und schaffen für mich eine direkte Verbindung zwischen beiden.

Aber ganz besonders der Sperling stellt immer diese gewisse Verbindung und so etwas wie ein Vertrautsein zum draußen sein in Deutschland her.

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2 Reaktionen zu “Die Spatzen – wer hätte früher gedacht, dass sie so selten werden”

  1. Wiedehopf und Türkentaube: zwei alte Bekannte von zuhause | IM ALGARVE

    […] und zurückgeht, hat sich die andere immer weiter ausgebreitet. Eine Dynamik, die auch unseren Haussperling erfasst hat, wenn auch leider im negativen Sinn. Dieser Beitrag wurde unter Tiere abgelegt und […]

  2. Wiedehopf und Türkentaube - zwei alte Bekannte von zuhause | Im Algarve

    […] zurückgeht, hat sich die andere immer weiter ausgebreitet.  Eine Dynamik, die auch unseren Haussperling erfasst hat, wenn auch leider im negativen Sinn. Denn in dieser ehemals als lästig, von […]

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